Impressionen vom 8. Regental-Cup



Fotogalerie 2000


Teilnehmende Vereine:

SV Oberweißbach, TV Riedenburg, Motor Klingenthal, VC/TuSHirschau, TSV Abensberg, VfL Lichtenrade Berlin, PSV Berlin, VC Ober-Roden, TSV Gars, TSV Zirndorf, VFB Schöneck, SV Rednitzhembach, TSV Grafing, TSV Allianz Stuttgart, TSV Ochenbruck, SV Fortuna Auerbach, TV Altenstadt, VFB Lengenfeld, FSV Marktoffingen, SpVgg Hainsacker, SV Donaustauf, TUS Schnaittenbach, TSV Wartenberg, TV Schwabach, TSV Neuburg, USV Cottbus, Tuspo Obernburg, SG Rödental, TSV Mainburg, SV Schwarza, TV Salchendorf, TSV Nittenau, SC Ettmannsdorf, VV Gotteszell, ASV Cham, Budoclub Pisek (CZ),Gymnazium Jarblonec (CZ), Lokomotiva Plsen (CZ), Slavia Pilsen (CZ), Jiskra Havlickuv Brod (CZ), VK Tuchlovice (CZ), VK Rokycany (CZ), Sokol Pardubice 1 (CZ), SV Reutte (A), VC Simmering Wien (A), 1. VC Kärnten (Klagenfurt) (A), Askö Villach (A), 1. Linzer Volleyballverein (A), Union Reichenthal (A), MMKS Kedzierzyn Kozle (PI), SSV Brixen (I), TB Regenstauf


 Nachbericht zum 8. Regental-Cup

 

Einmal im Jahr kommen Unmengen an jungen Volleyballern nach Regenstauf:

 

Der 8. Regental-Cup startet mit 149 Teams ins neue Jahrtausend...

Schade, denn gemeldet waren 151, das wäre wieder eine Schallgrenze gewesen…

Zwei kräftige Wolkenbrüche unterbrechen das Turnier und schaffen das gewohnte Feeling. Am Samstagabend, während alle Kids in der Volleyballer-Disco-Night abtanzen, diskutieren die Trainer verschiedener Nationen beim 1. Internationalen-Trainer-Symposium über „Nachwuchs-sorgen im Volleyball?“ und fachsimpeln mit dem Referenten und Vizepräsident im BLSV Günter Lommer über Vereins- und Jugendarbeit. Dauersieger des Turniers: Der Cup geht an Rokycany…

 

Die TB Volleyball-Abteilung veranstaltet immer am Fronleichnams-Wochenende ihren Regental-Cup.

Zum 8. Mal findet eines der größten Jugend-Freiluft-Turniere Europas statt.

Mit Fotokamera, Notizblock und Stift bewaffnet, soll ich für einen Bericht hier recherchieren ... 

 

Als ich also neugierig durch den Eingang ins Sportstadion schlendere, bleibe ich erst einmal überwältigt stehen: Was für ein „Gewurrel“! Das Stadion ist angefüllt von schier endlosen Reihen von Volleyball-Netzen, unglaublich viele Volleybälle fliegen kreuz und quer durch die Luft und Hunderte und Aberhunderte Spielerinnen und Spieler bevölkern die Spielfelder oder beobachten ihre Kameraden beim Wettkampf. Ein wirklich beeindruckendes Schauspiel!

Fasziniert wage ich mich ins Getümmel. Gleich auf den ersten Feldern scheinen die „Großen Jungs“ einquartiert zu sein: Das Team im bunten Trikot hat jedenfalls nur Riesen in seinen Reihen. Die Mannschaft sei aus Polen, vom Volleyball-Internat in Warschau, lasse ich mir erklären, und gespickt mit polnischen Nationalspielern. Ich stelle mich neben das Spielfeld und bewundere – wie so viele andere neben mir – die lässige, selbstsichere und professionelle Spielweise der Warschauer. Da wird geschmettert, abgewehrt, geblockt, dass man neidisch werden kann und Sprungaufgaben schlagen gleich reihenweise ein! Das ist wirklich Spitzenklasse, internationalen Volleyball auf einem so hohen Niveau präsentiert zu bekommen.

Ein paar Spielfelder und ungefähr 150 Volleyballer weiter geht gerade ein Spiel zweier Mädchenmannschaften zu Ende. Die Verlierer sind keineswegs enttäuscht, auch der Trainer lobt zufrieden: „Jetzt hat´s Zusammenspielen richtig gut geklappt! Gut habt´s Euch g´wehrt!“ Von Rivalität keine Spur: Strahlend schütteln sich beide Teams unter dem Netz die Hände und düsen sofort gemein-sam ab zur Wettkampfleitung, um das Ergebnis zu melden.

Aha, nichts wie hinterher, zur Zentrale des Geschehens.

Das will ich doch nicht verpassen, da geht´s bestimmt rund... von wegen! Gelassen und routiniert werden die Ergebnisse entgegengenommen, den neuen Schiris Pfeife und Anschreibeblatt samt Brett übergeben und die neuen Spiele weithin hörbar über die Stadionlautsprecher bekannt gegeben. Mal sehen, ob ich einen der Organisatoren ein bisschen ausfragen kann. „ Ja klar, es klappt wieder alles wie am Schnürchen. Eigentlich haben wir gedacht, dieses Jahr die Traumgrenze von 150 Mannschaften zu übertreffen, es waren auch 151 Teams gemeldet, bloß ist ein Verein nicht gekommen und jetzt fehlen uns doch wieder zwei Teams bis zur magischen Grenze... Aber immerhin ist die Teilnehmerzahl zum Vorjahr wieder ein bisserl gestiegen.“, erzählt mir Oliver Niemann, Abteilungsleiter der TB Volleyballer und Hauptorganisator stolz. Ob man denn noch mehr Teilnehmer verkraften könne, frage ich zweifelnd, und salopp meint er: „Naja, bis ungefähr 180 Teams bringen wir schon unter“. Na gut, bei 44 Spielfeldern und einer intensiveren Ausnutzung kann das klappen.

Aber wo bringt man so viele Leute unter?

Die Übernachtung in der Halle, im Schulstadion und auf den Grünflächen rund um den Festplatz ist kein Problem, erklärt man mir, auch die Verpflegung sei mit vielen freiwilligen Helfern aus der Abteilung gut organisiert.

Inzwischen hat sich im Westen eine dicke drohende Wolke am Himmel zusammengebraut. Zweifelnd blicken wir hinauf und Oli erklärt mir lachend: „Einmal hat´s uns gestern Vormittag schon mal kräftig reingeregnet, worauf die eine Hälfte des Turniers ins Festzelt sprintete, während die anderen zum Teil

bloß das T-Shirt auszogen und weiterspielten. Solange es nur mal kurz schüttet... Im Gegenteil, so etwas macht irgendwie auch einen Teil des „Charmes“ und der Atmosphäre eines solchen Freiluftturniers aus.“ Also, das würde ich eher bezweifeln, denke ich, aber kurze Zeit später kann ich es mit eigenen Augen sehen. Als ich gerade wieder zwischen den Spielfeldern herumtigere, auf der Jagd nach guten Fotos, öffnet der Himmel seine Schleusen und tatsächlich: einige retten sich zwar ins Trockene, aber eine ganze Menge spielt weiter, als sei nichts geschehen! Sogar einige Fans trotzen den Fluten von oben. Gemeinsam unter einem Regenschirm oder sogar unter einem K-way versammelt, grinsen sie mich an, und der Regen tropft ihnen von der Nase.

Volleyballer sind wirklich hart im Nehmen...

Ich habe mich ebenfalls ins Festzelt geflüchtet und inspiziere die Verkaufstheke. Aus einer überdimensionalen Gyros-Pfanne steigen verlockende Düfte, auf dem Grill bruzzeln einträchtig Würstel und saftige Grillsteaks - „Heiße Würstchen“ schallte es vom Grillmeister lautstark durchs Zelt. Da mein

Magen wie zur Antwort knurrt, hol ich mir eine Brotzeit und halte einen kurzen Schwatz mit den Damen der Getränkeausgabe. Ja, das Festzelt werde von unzähligen Helfern der TB Volleyballer, vor allem von Eltern und Spielern der Freizeitgruppe „bewirtschaftet“, erklärt man mir.

Das Angebot ist wirklich reichhaltig ...

Grillstube, Kuchentheke, Brotzeitsemmeln, Pommes frites, Obst, Schokoriegel, Chips, Eis und als Abendessen Nudelgerichte, warmer Leberkäse und eine Salatbar zusätzlich -

Donnerwetter, hier lässt sich’s leben!

Beim Schmausen komme ich mit einigen Berliner Mädels am Nebentisch ins Gespräch. Sie sind schon seit mehreren Jahren immer dabei. Da frage ich natürlich neugierig, was ihnen denn hier besonders gut gefällt. Die Antwort fällt leicht: Die vielen tollen Spiele, die super Atmosphäre zwischen Netzen und Zeltstadt, die neuen Volleyball-Freundschaften mit den verschiedensten Teams aus aller Herren Länder – und nicht zu vergessen:

Die geniale Volleyballer-Disco-Night!

Die Mädchen geraten ins Schwärmen. Eine Wahnsinns-Disco-Anlage mit Lichtershow, Nebelmaschine, cooler Musik und süßen DJ´s sei am Abend hier im Zelt geboten. Abtanzen pur, Stimmung auf dem Siedepunkt! Aber um 12 Uhr ist Schluss, da sind die Regenstaufer ganz hart. „Ik finde, det is schon o.k., am nächsten Tach woll´n wir ja schließlik wieder Volleyball spielen“, meint Verena und ergänzt spitz-bübisch: „Det wichtikste is, det wir endlich mal jegen die Tschechinnen jewinnen...“

Später, auf dem Platz treffe ich auch den Trainer der Mädchen in einer eifrigen Diskussion mit dem Delegationsleier aus Pilsen und zwei anderen Trainern. Die vier führen gerade den Gedankenaustausch fort, der am Freitag Abend beim internationalen Trainer-Symposium begonnen hatte. So viele Trainer zusammen, das ist natürlich ideal für einen Informationsaustausch und interessante Diskussionen. Deshalb hatte der Bezirk Oberpfalz erstmals zum Gespräch mit dem Thema „Nachwuchssorgen im Volleyball!?“ geladen. Als Referent bot BLSV- Vizepräsident G. Lommer einen „Blick über den Tellerrand“ zu anderen Sportarten und die Trainer zogen interessante Vergleiche über den Vereinsaufbau, die Jugendarbeit und Talentsuche in den verschiedenen Vereinen, Bezirken und Ländern. „Es waren sicher einige wichtige Ansatzpunkte und neue Ideen oder Konzepte für Jugendarbeit dabei, auch wenn wir im Lauf der Zeit natürlich etwas ins „Ratschen“ kamen. Dieses Trainersymposium soll von nun an ein fester Bestandteil im Rahmenprogramm des Regental-Cups werden, allerdings dann besser am Samstag Abend, wegen der Anreise, und nach dem Referat in kleineren Gesprächsgruppen, auch wegen der Sprachprobleme.“, so zieht Bezirkslehrwart Christian Gabriel Bilanz, der dieses Symposium mitorganisiert hat. Natürlich ist er auch als Trainer mit seinem Team beim Cup mit dabei.

Ich schaue noch mal ins Wettkampfbüro und erkundige mich, ob schon irgendwelche Ergebnisse feststehen. Nur die Sieger vom Beach-Turnier... Ach ja, als Rahmenprogramm beim Turnier gab´s ja am Freitag noch ein Turnier! 36 männliche und 24 weibliche Mannschaften hatten sich für die Beachrunde gemeldet – also kein Problem, so nebenbei zu organisieren...

Leider konnten die Spiele erst ab den Halbfinals im echten Sand ausgetragen werden, da die versprochenen Beachfelder leider (immer) noch nicht gebaut werden dürfen. Aber für das nächste Jahr hoffen die Regenstaufer „ihre“ Beachanlage endlich genehmigt zu bekommen. Sieger dieses Jahr wurden – wie sollte es anders sein – zwei Warschauer Jungs, die sich im Finale gegen das Team Jungbauer/Brückl vom Gastgeber Regenstauf durchsetzen konnten. Für die Sieger gab´s zur Belohnung

den „King of the Beach“ und für die Finalisten ein Preisgeld. Die „Queen of the Beach“ wurden die Berliner Mädchen.

Inzwischen laufen bereits die Endspiele der einzelnen Wettkampfgruppen. Da wird das Spielfeld zur Arena! Hunderte umlagern die Feldern, auf denen gerade zwei Teams um den 1. Platz kämpfen. Die Spielzüge erreichen höchstes Niveau. Kein Ball wird verlorengegeben, es wird gefightet, die Zuschauer sind begeistert. Groß ist der Jubel, wenn dann der Sieger feststeht und anerkennend der Beifall für die Zweiten. Und anschließend setzt sich der Pulk der Fans sogleich in Bewegung, um das nächste Endspiel zu umlagern.

Dann ist es endlich soweit: Sonntag Nachmittag - SIEGEREHRUNG!

Fast 50 Pokale glänzen in der Sonne, während der Schirmherr, Bürgermeister Knott, umringt von über tausend Volleyball-Jugendlichen die Sieger und Platzierten bekannt gibt. Jedes Team erhält eine Urkunde und einen Umschlag mit Losen für jeden Spieler. Denn im Festzelt stehen über zweitausend Sach-Preise bereit: In Form einer riesigen Tombola kann sich jeder Spieler seine Belohnung für anstren-gende Spiele und drei Tage Volleyball pur abholen. Von der Stereoanlage bis zum Überraschungsei – keiner braucht mit leeren Händen nach Hause zu gehen.

Ganz klar, die ausländischen Teams waren auch in diesem Jahr wieder die hohen Favoriten gewesen. Ob man aus Polen, Tschechien, Österreich, Italien oder neu im Turnier erstmals auch mit einem Team aus Kroatien anreist, Anfängerteams sind eher selten dabei! Oft stehen sich im Endspiel sogar zwei ausländische Mannschaften gegenüber. Bei so leistungsstarken Gästen und den hohen Anmeldezahlen wurde im Mädchenbereich in zwei Leistungsklassen unterteilt, damit auch die Teams Spaß am Volleyballspielen haben, die nun mal keine Auswahl- oder gar Nationalspieler (siehe Warschau) in ihren Reihen aufweisen können.

Nur den „kleinen“ Jungs vom VC Hirschau (WK IV), den „großen“ Mädchen von Fortuna Auerbach (WK I B) und den Minivolleyballerinnen aus Schöneck (WK IV B) gelang es, sich gegen die ausländische Volleyball-Macht durchzusetzen und einen Siegerpokal zu erkämpfen. Trotzdem waren die tschechischen Vereine bei den Mädchen in sechs von acht Klassen unschlagbar, während bei den Jungen Mannschaften aus Polen drei der vier Siegerpokale einheimsten.

Dass sich die jüngsten Regenstaufer Mädels auf den 3. Platz der Wettkampfklasse IV B vorkämpfen konnten, zaubert ein stolzes Lächeln auf die Gesichter des Schirmherrn Bürgermeister Knott und der Organisatoren vom TB Regenstauf. Diesen Pokal überreichen sie sicher besonders gerne!

 

Der Gesamtsieg ging wie schon in den vergangenen Jahren ins Ausland:

Rockycany holte sich bereits zum zweiten Mal in Folge den Regental-Cup 2000 mit sage und schreibe drei Meistertiteln in der Gesamtwertung.

 

Alle Sieger werden nun mit ihren Trophäen zum Abschlussfoto gebeten, während im Hintergrund bereits die Netze kippen und die Linien aufgewickelt werden.

 

Der Regental-Cup 2000 ist vorbei.

Schade.

 

Aber nächstes Jahr kommen sie alle wieder...