Impressionen vom 10. Regental-Cup



Fotogalerie 2002


10 Jahre Regental-Cup

 

Diesmal aber wirklich: DAS JUBILÄUM.

Zum 10. Mal findet der Regental-Cup statt. Die Veranstalter haben sich diesmal etwas Besonderes für das Rahmenprogramm einfallen lassen: Ein Live-Open-Air mit der Gongfm Band des regionalen Radiosenders mitten im Stadion lockt am Samstagabend rund 2000 Fans an. 27 Felder werden nach den letzten Spielen des Tages in Windeseile ab- und nachts um ein Uhr wieder aufgebaut.

184 Mannschaften wollen gerne teilnehmen, am Ende konnten dann immerhin 156 Teams mitspielen. Leider mussten auch dieses Mal wieder einige Teams wegen übervoller Wettkampfklassen abgelehnt werden. Turniersieger beim Jubiläumsturnier wurden zwei Vereine.

Dank Gleichstand der besten Platzierungen mussten sich MOS Opole und Sokol Zbecnik den neu eingeführten Wander- und Siegerpokal teilen.

 

Ein Volleyball-Festival der Superlative

 

Einmal im Jahr kommen Unmengen an jungen Volleyballern nach Regenstauf: Die TB Volleyball- Abteilung veranstaltet immer am Fronleichnams-Wochenende ihren Regental-Cup. Zum 10. Mal findet eines der größten europäischen Jugend-Freiluft-Turniere statt - das JUBILÄUMSTURNIER.

 

Mit Fotokamera, Notizblock und Stift bewaffnet, soll ich für einen Bericht hier recherchieren. Als ich also neugierig durch den Eingang ins Sportstadion schlendere, bleibe ich erst einmal überwältigt stehen: Was für ein „Gewurrel"! Das Stadion ist angefüllt von schier endlosen Reihen von Volleyball-Netzen, unglaublich viele Volleybälle fliegen kreuz und quer durch die Luft und Hunderte und Aberhunderte Spielerinnen und Spieler bevölkern die Spielfelder oder beobachten ihre Kameraden beim Wettkampf. Ein wirklich beeindruckendes Schauspiel!

Das Wetter ist fantastisch („Zum ersten Mal", höre ich später, „hat es keinen Tropfen geregnet - direkt ungewohnt."). Sonnenbrille, Käppi, barfuß, oft nur in Badehose und Bikini die Nase oftmals vom Sonnenbrand gerötet- ein echtes Sommerfeeling kommt auf. Und auch die Zuschauer, einige Jungs aus der Umgebung, schwärmen begeistert: „Sooo viele schöne Mädels!"

Fasziniert wage ich mich ins Getümmel. Gleich auf den ersten Feldern scheinen die „Großen Jungs" einquartiert zu sein: Das Team im roten Trikot hat jedenfalls nur Riesen in seinen Reihen. Die Mannschaft sei aus Polen, vom Volleyball-Internat in MOS Opole, lasse ich mir erklären, und gespickt mit polnischen Nationalspielern. Ich stelle mich neben das Spielfeld und bewundere - wie so viele andere neben mir - die lässige, selbstsichere und professionelle Spielweise der Jungs. Da wird geschmettert, abgewehrt, geblockt, dass man neidisch werden kann und Sprungaufgaben schlagen gleich reihenweise ein! Das ist wirklich Spitzenklasse, internationalen Volleyball auf einem so hohen Niveau präsentiert zu bekommen.

Ein paar Spielfelder und ungefähr 150 Volleyballer weiter geht gerade ein Spiel zweier Mäd­chenmann-schaften zu Ende. Die Verlierer sind keineswegs enttäuscht, auch der Trainer lobt zufrieden: „Jetzt hat's Zusammenspielen richtig gut geklappt! Gut habt's Euch g'wehrt!" Von Rivalität keine Spur: Strahlend schütteln sich beide Teams unter dem Netz die Hände und düsen sofort gemeinsam ab zur Wettkampf-leitung, umd as Ergebnis zu melden.

Aha, nichts wie hinterher, zur Zentrale des Geschehens. Das will ich doch nicht verpassen, da geht's bestimmt rund ... von wegen! Gelassen und routiniert werden die Ergebnisse entgegengenommen, den neuen Schiris Pfeife und Anschreibeblatt samt Brett übergeben und die neuen Spiele weithin hörbar über die Stadionlautsprecher bekannt gegeben.

Mal sehen, ob ich einen der Organisatoren ein bisschen ausfragen kann. „Ja klar, es klappt wieder alles wie am Schnürchen. So viel Teams wie im vergangenen Jahr seien es zwar nicht, aber die paar Mann-schaften weniger ... 162 Teams - ich kann es kaum glauben - das sind ja fast 1500 Jugendliche, rechne ich mir aus. „Wie viele Felder habt ihr denn aufgebaut?" „48.  27 in diesem Stadion und nebenan noch einmal 20", erzählt mir Oliver Niemann, Abteilungsleiter der TB Volleyballer und Hauptorganisator stolz. Ob man denn noch mehr Teilnehmer verkraften könne, frage ich zweifelnd, und salopp meint er: „Naja, ungefähr 180 Teams sind machbar". Aber wo bringt man so viele Leute unter?

Die Übernachtung in der Halle, im Schulstadion und auf den Grünflächen rund um den Festplatz ist kein Problem, erklärt man mir, auch die Verpflegung sei mit vielen freiwilligen Helfern aus der Abteilung gut organisiert - man habe halt inzwischen Erfahrung.

Ich habe mich ebenfalls ins Festzelt geflüchtet und inspiziere die Verkaufstheke. Aus einer überdimen-sionalen Gyros-Pfanne steigen verlockende Düfte, auf dem Grill bruzzeln einträchtig Würstel und saftige Grillsteaks - „Heiße Würstchen" schallte es vom Grillmeister Tom Datzer lautstark durchs Zelt. Da mein Magen wie zur Antwort knurrt, hol ich mir eine Brotzeit und halte einen kurzen Schwatz mit den Damen der Getränkeausgabe. Ja, das Festzelt werde von unzähligen Helfern der TB Volleyballer, vor allem von Eltern „bewirtschaftet", erklärt mir Evi Bergler, 2. Abteilungsleiterin und Chefin des Festzeltes. Das Angebot ist reichhaltig: Grillstube, Kuchentheke, Brotzeitsemmeln, Pommes frites, Obst, Schokoriegel, Chips, Eis und als Abendessen Pizza (als Bäcker ein Elternteil, der stellvertretende Landrat Bruno Schleinkofer !!), warmer Leberkäse und eine Salatbar zusätzlich - Donnerwetter, hier lässt sich's leben!

 

Beim Schmausen komme ich mit einigen Berliner Mädels am Nebentisch ins Gespräch. Sie sind schon fast von Anfang an immer dabei. Da frage ich natürlich neugierig, was ihnen denn hier besonders gut gefällt. Die Antwort fällt leicht: Die vielen tollen Spiele, die super Atmosphäre zwischen Netzen und Zeltstadt, die neuen Volleyball-Freundschaften mit den verschiedensten Teams aus aller Herren Länder - und nicht zu vergessen: die geniale Volleyballer-Disco-Night am Freitagabend! Die Mädchen geraten ins Schwärmen. Eine Wahnsinns-Disco-Anlage mit Lichtershow, Nebelmaschine, cooler Musik und süßen DJ's sei am Abend hier im Zelt geboten. Abtanzen pur, Stimmung auf dem Siedepunkt!

 

Und zum Jubiläum am Samstagabend zwei Livebands. „Diesmal haben sie sich selbst übertroffen 2 Std. Green Frog Feets und dann die gong fm Band, det war Superklasse!!" Aber um 12 Uhr war leider wieder mal Schluss, da sind die Regenstaufer ganz hart. „Ik finde, det is schon o.k., am nächsten Tach woll'n wir ja schließlik wieder Volleyballspielen", meint Verena und ergänzt spitzbübisch: „Det wichtikste is, det wir endlich mal jegen die Tschechinnen jewinnen..." Oliver Niemann erzählt mir später, dass dies nur mög-lich gewesen sei, durch die Unterstützung derDiscothek „Way Up", die die Band gesponsert hatte. „Ein bisserl Zitternhatten wir schon alle! Mussten doch alle Anlagen um 19.00 Uhr abgebaut werden und um 0.00 Uhr nachts wieder alles aufgebaut werden - Sicherheit geht einfach vor. Aber es war perfekt, um 1.30 Uhr war wieder alles spielbereit! - die Regenstaufer Jugendlichen konnten schlafen gehen, na ja die Bayernliga-Herren schob noch Nachtwache (den dritten Tag in Folge) - Gschlafa wird wieder am Sonntag, des muss langa!"

Ich schaue noch mal ins Wettkampfbüro und erkundige mich, ob schon irgendwelche Ergebnisse feststehen. Nur die Sieger vom Beach-Turnier... Ach ja, als Rahmenprogramm beim Turnier gab's ja am Freitag noch ein Turnier! 32 männliche und 40 weibliche Mannschaften hatten sich für die Beachrunde gemeldet - also kein Problem, so nebenbei zu organisieren... „Leider konnten die Spiele erst ab den Halbfinals am Samstagabend im echten Sand ausgetragen werden (Zuschauerzahl um das 1 Beachfeld über 600 !!!) . Mit einem Schalk in den Augen erzählt er : „Das lustige an diesem Beachturnier war, dass wir so eine Art „Weltmeisterschaft" gespielt haben. Jedes Team hat sich einen Ländernamen gegeben, und so kamen halt Durchsagen wie: Sri Lanka gegen Japan oder Island gegen Elfenbeinküste ... So viele Zuschauer aus Regenstauf hatten wir selten, die diese Teams bewundern wollten!"

Inzwischen laufen bereits die Endspiele der einzelnen Wettkampfgruppen. Da wird das Spielfeld zur Arena! Hunderte umlagern die Feldern, auf denen gerade zwei Teams um den 1. Platz kämpfen. Die Spielzüge erreichen höchstes Niveau. Kein Ball wird verlorengegeben, es wird gefightet, die Zuschauer sind begeistert. Groß ist der Jubel, wenn dann der Sieger feststeht und anerkennend der Beifall für die Zweiten. Und anschließend setzt sich der Pulk der Fans sogleich in Bewegung, um das nächste Endspiel zu umlagern.

Dann ist es endlich soweit: Sonntag Nachmittag - SIEGEREHRUNG!

Fast 50 Pokale glänzen in der Sonne, während die Schirmherren, Bürgermeister Knott, Altbürgermeister Zelzner und der Vertreter des Landrats Bruno Schleinkofer umringt von über tausend Volleyball-Jugend-lichen die Sieger und Platzierten bekannt geben. Jedes Team erhält eine Urkunde und einen Umschlag mit Losen für jeden Spieler. Denn im Festzelt stehen über zweitausend Sach- Preise bereit: In Form einer riesigen Tombola kann sich jeder Spieler seine Belohnung für anstrengende Spiele und drei Tage Volleyball pur abholen. Von der Stereoanlage bis zum Überraschungsei - keiner braucht mit leeren Händen nach Hause zu gehen. Ganz klar, die ausländischenTeams waren auch in diesem Jahr wieder die hohen Favoriten gewesen. Ob man aus Polen, Tschechien, Österreich oder aus Kroatien anreist, Anfängerteams sind eher selten dabei! Oft stehen sich im Endspiel sogar zwei ausländische Mann-schaften gegenüber. Bei so leistungsstarken Gästen und den hohen Anmeldezahlen wurde im Mäd-chenbereich in zwei Leistungsklassen unterteilt, damit auch die Teams Spaß am Volleyballspielen haben, die nun mal keine Auswahl- oder gar Nationalspieler (siehe Opole) in ihren Reihen aufweisen können.

Wenn aber trotzdem einmal deutsche Teams an der Spitze stehen, dann ist allen klar: na ja, Teilnehmer der Deutschen Meisterschaft! z.B. Jahn München 3.Deutscher Meister! Dass sich die ältesten Regen-staufer Jungs auf den 2. Platz vorkämpfen konnten, zaubert ein stolzes Lächeln auf die Gesichter der Schirmherren und der Organisatoren vom TB Regenstauf. Diesen Pokal überreichen sie sicher beson-ders gerne!

Der Gesamtsieg ging diesmal nicht wie in den vergangenen Jahren an Rokycany (Doch dieser Verein wurde trotzdem gleich zu Beginn des Turniers besonders geehrt: für 3 Turniersiege in Folge erhielten sie den Regental-Super-Cup !!), diesmal gab es ein besonderes Novum: Zwei Vereine standen mit zwei 1.Plätzen an der Spitze.

Regental-Cup Gesamtsieger wurden Sokol Zbecnik (Tschechien) und MOS Opole (Polen).

Alle Sieger werden dann mit ihren Trophäen zum Abschlussfoto gebeten, während im Hintergrund bereits die Netze kippen und die Linien aufgewickelt werden.

 

Der Regental-Cup 2002 ist vorbei.

Schade.

Aber nächstes Jahr kommen sie alle wieder...